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Swami Vivekananda Holistische Wissenschaft und Vedanta ist eine Sammlung von sechs Jahrgängen und drei Artikeln, erschienen im PRABUDDHA BHARATA, einem monatlichen Journal der Ramakrishna- Mission, angeregt von Swami Vivekananda im Jahr 1896. Seit dem Beginn des 20.Jahrhunderts haben die modernen Wissenschaften in allen Bereichen großartige Fortschritte gemacht. Viele der neuen Entdeckungen in Chemie, Physik und Biologie haben die früheren Vorstellungen über das Universum, den menschlichen Körper und die Physiologie der Pflanzen völlig in frage gestellt. Die alten Barrieren, die Geist und Materie, Materie und Energie, Lebendes und Nichtlebendes, Beobachter und Beobachtetes in streng voneinander getrennte Bereiche eingeteilt haben, sind umgestoßen worden.

Heisenbergs Entdeckung der Unschärferelation hat die frühere Vorstellung vom strengen Verhältnis von Ursache und Wirkung in der Welt der subatomaren Teilchen demontiert. Das mechanisch festgelegte Universum von Laplace und Newton wurde erschüttert von der unbestreitbaren Unbestimmtheit der Arbeitsweise der subatomaren Welt.  Das Bewusstsein des Beobachters ist unentrinnbar mit dem Akt der Beobachtung des so genannten getrennten Beobachters verbunden worden. Jedes Bild der subatomaren Welt ist ein Bild von omnijektiver Realität, in der beide, subjektive und objektive Realität, sich wieder verbunden finden. Schrödingers Entdeckung der Wellengleichung hat die von Max Planck schon vorweggenommene Idee bekräftigt, dass das Bewusstsein die äußere Wirklichkeit schafft. Und dieses Bewusstsein ist nach Schrödinger in seiner letzten Auflösung und Untersuchung eins und singulär.

Die Vedanta weiß seit vielen Jahrhunderten von diesem `integrierten Verstehen des Lebens`. Gemäß der Vedanta schafft der Beobachter die Wirklichkeit in beiden Zuständen, im Traum- und im Wachzustand. Wie kann das Bewusstsein Dinge im Traum erschaffen? Die Brihadaranyaka Upanishaden (4.3.10) sagen: `In diesem (Traum) Zustand gibt es weder Kutschen, noch vorgespannte Tiere,  noch Straßen ..., dennoch werden die Kutschen, Tiere und Straßen von ihm (dem Selbst) erschaffen`. Wie kann das Individuum im Traum Dinge sehen, obwohl seine Augen in Mitten eines dunklen Raumes geschlossen sind? Die gleichen Upanishaden (4.3.11) sagen: `Die allein reisende innere Einheit (das Selbst) macht den Körper während des Traumes träge und erwacht von selbst und nimmt das leuchtende Gebot der Werkzeuge, die es im Traum als schlafende Dinge gewahrte.` Gemäß der Vedanta ist der Wachzustand nicht wirklicher als der Traumzustand. Wieder sagt die oben erwähnte Upanishad (4.3.14): `Andere sagen, dass das Wachsein selbst sein (des Selbst) Traumzustand ist, weil man im Traum nur die Objekte sieht, die man im Wachzustand sieht.` Es ist der Wissende, das Selbst, das Reine Bewusstsein, das der Zeuge all dieser fließenden Phänomene im Traum wie im Wachzustand ist.

 "Wie kann man um den Wissenden wissen?" fragen die Upanishaden. Wenn wir den Wissenden nicht wissen, können wir auch nicht wissen, dass das Wissen (Gewusste) nur der Entwurf des Wissenden ist. Dieser Wissende ist unser Reines Bewusstsein, der alleine Sehende, die alles durchdringende Existenz, das eine alles einschließende Wissen. Dieses Reine Bewusstsein entwirft das ganze Universum wie eine Spinne ihr Netz entwirft. Das äußere und gesonderte Universum ist, unseren Wünschen und unserem Wollen zuzuschreibend, nur eine Auferlegung auf dem Reinen Bewusstsein, das alles als das Eine erkennt. Warum können wir so nicht denken? Auf den unteren Ebenen unseres Bewusstseins bringt unser Geist die Vorstellung des Dualismus hervor - ich bin der Beobachter und das ist das beobachtete Ding. Die Brihadaranyaka Upanishaden sagen dazu (1.5.9):

 Was immer erkannt wird ist eine Form des Geistes; weil es der Verstand ist, der erkannt ist. Sobald unser Geist von all den dualistischen Wünschen und Absichten befreit ist, hört der niedere Geist auf zu existieren. Er wurde langsam in den höheren Geist transformiert und fühlt die grundlegende Einheit aller Existenz. Sri Ramakrishna sagt, dass nach der Verwirklichung des Überbewusstseins das "Ich der Unwissenheit" sich in das "Ich des Wissens" verwandelt. Während westliche Psychologen nur von zwei Ebenen des Bewusstseins, dem bewussten und dem un-bewussten, sprechen, benennt die Vedanta noch eine höhere Ebene des Bewusstseins, bekannt als `überbewusst`. Diese überbewusste Ebene bewirkt, dass wir ein holistisches Universum sehen und das Selbst als ewigen Zeugen der zeitlichen und äußeren Welt erkennen.