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  • Letzte Botschaft

WIR MACHEN UNSERE EIGENE WELT

(Schrödingers Wellengleichung)

 Der griechische Asket Diogenes von Sinope lebte mit einer einzigen Idee, dass die Welt ein Traum ist. Plato nannte ihn den „verrückt gewordenen Sokrates“.[i] Am Mittag im strahlenden Sonnenschein würde der Träumer mit einer Laterne umher wandern, um einen ehrenwerten Menschen in einer `konventionellen` Gesellschaft zu finden. Die Geschichte erzählt weiter, dass ihn jemand während größter physischer Schmerzen fragte: „Diogenes, sagst du immer noch Traum zur Welt?“ Er antwortete mit beißender Schlagfertigkeit: „Ja, es ist ein schmerzlicher Traum.“ Diese Wahrheit erfuhren Dichter, Philosophen und Heilige verschiedener Gesellschaften und Kulturen. Man erinnere sich an Shakespeares berühmte Zeilen am Ende von Tempest: „Wir sind aus dem Stoff / aus dem Träume gemacht werden und unser kleines Leben / ist umgeben mit einem Schlaf.“ Die Mandukya Upanishaden erzählen uns, dass beide Zustände, der Wach- und der Traumzustand unseres Lebens, letztlich Illusion sind. Diese beiden Zustände sind nur Schöpfungen aus zwei Ebenen unseres Bewusstseins. Sri Ramakrishna erzählt gewöhnlich dazu eine Geschichte. Ein Bauer schlief ein und fing an zu träumen. Im Traum wurde er ein König und Vater von sieben Prinzen. Im gleichen Traum sterben alle Söhne einer nach dem anderen. Mit Schmerzen im Herzen wacht er schließlich auf und erfährt, dass sein einziger Sohn im wirklichen Leben gerade gestorben ist. Verdutzt setzt er sich bewegungslos und ruhig hin. Als seine Frau sich bei ihm beschwerte, er hätte keine Tränen für diesen schrecklichen Verlust, antwortete der Bauer, er könne nicht entscheiden für wen er trauern solle, für die sieben Prinzen des Traumes oder für den einen Sohn des wirklichen Lebens. Ramakrishna erzählt uns, dass der Bauer ein Mann der Vernunft war. Er verstand gut, dass der Wachzustand letztlich so unwirklich wie der Traumzustand ist.

 

DIE NEUE WELTBETRACHTUNG DER QUANTENPHYSIK

 Der Mensch der Wissenschaft verweigert offensichtlich solch sonderbare philosophische Vorstellungen. Im Westen entwickelte ab dem 17.Jahrhundert die Philosophie von Descartes, Newton und anderen den neuen wissenschaftlichen Rationalismus, der die Welt der Materie als letzte und unabhängig bestehende Wirklichkeit betrachtete. Dr. Johnson, der Begründer der Ära des logischen Denkens in England, gab einem großen Stein einen Stoß, um Berkleys Vorstellung zu widerlegen, dass die Welt nicht aus Materie, sondern nur aus Ideen zusammengesetzt ist. Ernst Mach, Einsteins Lehrer, erzählte den jungen Schülern: „Wissenschaft betrachte man als kleinste Lösung, die sämtliche Tatsachen mit der größt möglichen Anstrengung von Gedanken darstellt.“ [ii] Arthur Edington war einer dieser hervorragenden Physiker, der die veränderte Weltbetrachtung der neuen Physik willkommen hieß. Er schrieb, Dr. Johnson „sollte sich bewusst sein, dass der von Rutherford hinterlassene große Stein es nicht wert ist angestoßen zu werden.“ [iii]

 Heute nach den revolutionären Entdeckungen von Einstein, Bohr, Heisenberg, Schrödinger und anderen wurde die Suche nach dem letzten Stoff des Universums zu einer wilden Gänsejagd.. Wie ein Physiker es zusammenfasste:

 Unsere Vorstellung von Substanz lebt nur so lange, so lange wie wir sie nicht betrachten. Sie verschwindet wenn wir sie analysieren. ... die feste Substanz von Dingen ist auch so eine Illusion. ... Wir haben auf die feste Substanz Jagd gemacht, von ununterbrochener Flüssigkeit bis zum Atom, vom Atom zum Elektron und da haben wir sie dann verloren.[iv]

 Tatsächlich begann Einstein mit dieser neuen Betrachtung der Wissenschaft. Er begründete die Relativität all unseres Wissens. Alle Dinge sind im Raum. Sie haben drei Dimensionen, Länge, Breite und Höhe. Einstein zählte die neue Dimension Zeit dazu. Nach Einstein sind beide, Raum und Zeit, in einem Kontinuum verbunden. Und was auch immer sich in dieser Raum-Zeit befindet, es gibt uns nur ein „relatives“ Wissen über das Ding. Absolutes Wissen steht hinter allen relativen Vorstellungen. Und diese Relativität allen Wissens ergründet sich aus den abweichenden Standorten der Beobachter. Bronowski schreibt: „Relativität leitet sich grundsätzlich aus der philosophischen Analyse her, die darauf besteht, es gibt keine Tatsache und keinen Beobachter an sich, sondern eine Verbindung beider in einer Beobachtung, ... das Ereignis und Beobachter nicht trennt.“[v]

 Diese neuen Vorstellungen finden sich noch stärker in der Quantenphysik. Die Quantenphysik ist der Zweig der Physik, der von subatomaren Partikeln wie Elektronen und Protonen handelt. Seit dem diese Teilchen unaufhaltsam als diskrete Energiepackete (Quanten) erschienen, heißen sie Quanten-Partikel. Tatsächlich begann Heisenberg mit dieser neuen Denkrichtung der Quantenphysik. Im Jahr 1927 entdeckte Heisenberg sein Unschärfeprinzip. Nach diesem Unschärfeprinzip haben subatomare Teilchen keine eindeutige objektive Wirklichkeit. Sie ist, nach Talbot, „omnijektiv“, eine untrennbare Kombination aus dem Subjekt des Wissenschaftlers und dem Objekt der Betrachtung. Heisenberg erklärte, dass „die allgemeine Aufteilung der Welt in Subjekte und Objekte, Innenwelt und Außenwelt, Körper und Seele nicht länger angemessen ist und uns in Schwierigkeiten bringt.“[vi]

 Aber dann tauchte eine viel wichtigere Frage auf. Wenn die Wirklichkeit, nach Talbot, „omnijektiv“ ist, welches der zwei Komponenten ist dann zuerst da? Bringt das Objekt die Wahrnehmung in das Subjekt oder verleit das subjektive Bewusstsein der äußeren Welt Wirklichkeit? Der zweifelnde Thomas hatte die Vision des auferstandenen Christus. Die Frage ist, erschien der auferstandene Christus physikalisch vor ihm oder sah das eigene Bewusstsein von Thomas einen auferstandenen Christus? (Vermutlich ist nichts zuerst da, wenn in der Beobachtung Subjekt und Objekt untrennbar sind. Anm.d.Ü.) Die Wellengleichung des österreichischen Nobelpreisphysikers Erwin Schrödinger beantwortet diese Frage und bringt die Welt der Wissenschaft virtuell zu der Vorstellung, die Swami Vivekananda fast einhundert Jahre früher hatte: „Wir machen unsere eigene Welt.“

 

SCHRÖDINGERS WELLENGLEICHUNG [vii]

Wie kamen die neuen Physiker plötzlich auf diese Wahrheit? Bis 1914 war das Licht dafür bekannt, dass es sich als Welle fortbewegt. 1914 belegte Einstein, dass sich Licht auch als Partikel fortbewegt. Er nannte das Lichtpartikel „Photon“. Das Elektron, das sich um den Atomkern bewegt, war bereits als Partikel bekannt. Plötzlich belegt ein anderer Nobelpreisphysiker Louis de Broglie  überraschender Weise, dass Elektronen sich auch wie Wellen verhalten. Erwin Schrödinger arbeitete mit dieser Wellennatur des Elektrons und entdeckte seine berühmte (Schrödingers-) Wellengleichung. Diese Gleichung brachte die Wechselbeziehung zwischen dem Elektron als Welle und dem Elektron als Partikel.

 Aber die größte Überraschung war noch auf Lager. Schrödingers Wellengleichung führte ganz unerwartet zu etwas höchst merkwürdigem, das die wirkliche Welt der Wissenschaftler an den Rand eines Traumes brachte. Das ist nun eine faszinierende Geschichte, nicht weniger sonderbar als Alice im Wunderland.

 In seinem Buch Mystik und Neue Physik schreibt Michael Talbot über diese neuen Entdeckungen, die durch Schrödingers Wellengleichung entstanden sind:

 „Schrödingers Wellengleichung sagt das Verhalten eines gegebenen Partikels unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einem Punkt voraus und beschreibt dann zwei gleich mögliche  Erscheinungen des gleichen Partikels. Auf dem Papier wie auch in der Beobachtung konnte kein Grund für das verschiedene Verhalten des Partikels gefunden werden. Die Gleichung scheint eine schizophrene Ebene erreicht zu haben, auf der nicht mehr entschieden werden kann, welches Erscheinen gewählt wird.“[viii]

 Schrödingers Wellengleichung taucht in Ramakrishnas Bauer auf, der nicht entscheiden konnte, welchen Söhnen er nachtrauern soll. Aber bei dem sonderbaren Verhalten von Schrödingers Partikeln blieb es nicht. Talbot erklärte das merkwürdige Phänomen:

„Unter bestimmten Umständen sagt die Wellenfunktion eine unendliche Anzahl von Widersprüchlichkeiten voraus, in deren Fall sich ihr Weg (oder Vektor) des Raumes in vier, acht, sechzehn usw. mögliche Erscheinungen verzweigt.“[ix]

 Wir haben nun die magische Welt der neuen Physik erreicht. Die Kopenhagener Erklärung der Quantenphysik, von Niels Bohr und anderen befürwortet,  führte 1927 ein, dass einige Arten der Wahrnehmung durch ein Beobachtungssystem erforderlich sind, um Partikeln ein Erscheinen in der physikalischen Wirklichkeit zu ermöglichen. Andernfalls existiert das `beobachtete System` oder die objektive Wirklichkeit physikalisch nicht. Aber Schrödingers Wellengleichung schlägt eine `unendlich sich schnell vermehrende Zahl von Möglichkeiten für das beobachtete System vor, ob es beobachtet wird oder nicht`. Die sonderbare Natur von Schrödingers Wellengleichung fand sich in vielen Versuchen als wahr heraus. Eines davon ist das merkwürdige physikalische Phänomen, bekannt als diagonal polarisiertes Licht.[x] Ein Experiment auf diesem Phänomen zeigt erneut, wie Schrödingers Wellenfunktion zu dem „zusammenhängenden“ Schluss führt, dass die äußere Welt durch unsere Gedanken geschaffen wird. Licht bewegt sich, wie wir gesehen haben, als  Wellen und als Teilchen. Nehmen wir an, dass sich Licht in diesem Experiment mit diagonal-polarisiertem Licht nur als Wellen bewegt. Man erinnere sich, dass Lichtwellen sich horizontal und vertikal bewegen.

 Polarisatoren sind spezielle Arten von Lichtfiltern. Wenn ein Polarisator vor einer Lichtquelle vertikal ausgerichtet wird, können ihn nur vertikale Lichtwellen durchqueren. Ebenso können nur horizontale Lichtwellen den Polarisator durchqueren, wenn er horizontal ausgerichtet wurde. Licht mit vertikalen Wellen wird eingefangen, wenn ein horizontaler Polarisator davor ist. Ebenso wird Licht mit horizontalen Wellen eingefangen, wenn ein vertikaler Polarisator davor steht. Nun senden wir einen Lichtstrahl mit horizontalen Wellen durch einen horizontalen Polarisator. Was passiert? Das Licht wird ihn einfach durchqueren. Als nächstes stellen wir vor unseren horizontal ausgerichteten Polarisator einen weiteren Polarisator. Diesmal ist dieser vertikal ausgerichtet. Was passiert? Das Licht mit der horizontalen Welle, das durch den horizontalen Filter ging, wird nun durch die Anwesenheit des zweiten vertikal gerichteten Polarisators aufgefangen, der nun als Barriere gegen den Durchgang des Lichts steht.

 Nun machen wir einen dritten Schritt. Und das ist der merkwürdigste Schritt, den wir machen werden. Nun stellen wir einen dritten diagonalen Polarisator zwischen den vertikalen und horizontalen Polarisator. Und hier nun wird das Experiment sonderbar!! Das Licht durchquert nun unbehindert alle diese Polarisatoren. Ein horizontal polarisiertes Licht ist grundsätzlich verschieden von einem diagonal polarisierten Licht oder von einem vertikal polarisierten Licht. Wie kann nun das horizontale Licht die zweite und dritte Barriere durchqueren, wenn es früher schon an der zweiten scheiterte? Wir können die Frage auch noch einfacher stellen. Wie kann sich das horizontal polarisiertes Licht in ein diagonal polarisiertes Licht verwandeln und dann sofort nach diesem Wechsel in ein vertikal polarisiertes Licht? Wie kann derselbe Schauspieler auf der gleichen Bühne als Othello und als Jago agieren? Ja, es ist möglich. Schrödingers Wellenfunktion hat schon bewiesen, wie sich die gleiche Welle zur selben Zeit in verschiedene Wirklichkeiten verzweigen kann. Ramakrishnas Bauer war sich gleichzeitig der beiden Erfahrungen bewusst, die eine des Traumzustandes und die andere des Wachzustandes.

 Schrödingers Wellengleichung schlägt, übereinstimmend mit vielen Physikern, etwas gänzlich neues vor. Sie präsentiert eine Welt von `multi-dimensionaler` Wirklichkeit. Verschiedene Partikel nehmen in Schrödingers Wellengleichung absolut verschiedene Dimensionen an. Es ist sehr schwer sich von dieser Situation eine Vorstellung zu machen. Aber schließlich steht das  mathematisch vor uns. Gary Zukav erklärt dieses Phänomen in seinem berühmten Buch Die tanzenden Wu Li Meister:

„Wenn die Wellenfunktion die Möglichkeiten, die mit zwei verschiedenen Partikeln assoziieren, darstellt, dann existiert diese Wellenfunktion in sechs Dimensionen, drei für jedes Partikel. Wenn die Wellenfunktion die Möglichkeiten von zwölf assoziierten Partikeln darstellt, dann existiert diese Wellenfunktion in sechsunddreißig Dimensionen.“[xi]

 Es ist unmöglich sich so eine Situation vorzustellen. Unsere Erfahrung mit der Materie ist auf drei Dimensionen begrenzt. Wie ist es für uns möglich sich ein Partikel vorzustellen, dass in vielen Dimensionen gefühlt werden könnte? (Anm.d.Ü. die Dimension der Zeit, von der wir immer als existent ausgehen, scheint die Wirklichkeit zu verstellen) Nicht desto trotz, das ist die Mathematik im Augenblick. `Kurz, Tatsache ist,` sagt Zukav, `dass, wenn wir ein subatomares Partikel oder Ereignis zu beobachten versuchen, wir eine multi-dimensionale Wirklichkeit reduzieren und sie mit unserer Erfahrung anpassen.` [xii]

`Die meisten Physiker`, schreibt Zukav, `missverstehen Schrödingers Wellenfunktionen als reine mathematische Konstrukte, ... als Vorstellungen von der Straße, die nichts mit der Wirklichkeit der Welt zu tun haben.` Unglücklicherweise hinterlässt diese Erklärung die unbeantwortete Frage: ´Wie können diese Gleichungen dann so genaue Wahrscheinlichkeiten voraussagen, die in aktuellen  Erfahrungen gemacht werden?` Mit überzeugenden Worten bringt Gary Zukav den philosophischen Aspekt des Experiments mit den Polarisatoren hervor: ´immer wenn wir einen diagonalen Polarisator zwischen einen horizontalen und vertikalen Polarisator einfügen, sehen wir Licht, wo davor keines war. Unsere Augen wissen nichts von der Tatsache, dass das, was sie sehen, „unmöglich“ ist. Das ist so, weil die Erfahrung den klassischen Regeln nicht folgt. Sie folgt den Regeln der Quantenlogik`[xiii] Zukav fragt verwundert, `wie können Funktionen tatsächlich irgend etwas voraussagen, wenn sie keine Verbindung mit der physikalischen Wirklichkeit haben? `[xiv] Doch es ist alles wahr. Quantenphysik hilft uns zu verstehen, wie Hamlet den Geist seines Vaters sah, während seine Mutter oder der Onkel ihn nicht sahen.

SCHRÖDINGERS KATZE

Diese sonderbare multi-dimensionale Natur aller subatomarer Phänomene (oder Partikel) wurde von Schrödinger mit dem berühmten Gedankenexperiment, bekannt als Schrödingers Katze, erklärt. Schrödinger schlug vor, dass wir uns eine Katze vorstellen, die in einer Kiste, versehen  mit einer bestimmten Vorrichtung, eingeschlossen ist. Diese Vorrichtung besteht aus einer schwach radioaktiven Quelle und einem Detektor für radioaktive Partikel. Der Detektor ist mit einer Glühbirne mit Giftgas verbunden. Die Vorrichtung ist so, dass wenn ein aus der schwach radioaktiven Quelle austretendes Partikel vom Detektor erfasst wird, die Glühbirne zerplatzt, das Gas austreten und die Katze sterben wird. Wenn das Partikel nicht austritt (und damit auch nicht erfasst wird), wird die Glühbirne nicht zerplatzen, das Gas wird nicht austreten und die Katze wird  am Leben bleiben. Der Detektor wird nur für eine Minute einmal angestellt; und wir nehmen, dass die Wahrscheinlichkeit für das Austreten eines erfassbaren Partikels der radioaktiven Quelle während dieser Minute eins von zwei ist (=1/2, also 50%). Die Quantentheorie sagt nicht die genaue Erfassung dieses radioaktiven Ereignisses voraus; sie gibt nur die Wahrscheinlichkeit als 1/2 an. Nun wollen wir diese gut verschlossene Kiste mit der Katze ins All als Satellit um die Erde schicken. Und die mechanische Vorrichtung in der verschlossenen Kiste wird nun gestartet, während die Kiste im All ist.

 Als nächstes kommt die große Frage. Was passierte der Katze nachdem die mechanische Vorrichtung angefangen hat zu arbeiten? Wurde ein Partikel aus der schwachen radioaktiven Quelle  gesendet? In diesem Fall ist die Katze tot. Ist das Partikel nicht ausgetreten (die Wahrscheinlichkeit ist 50:50), lebt die Katze. Aber was passierte der Katze jetzt wirklich? Nach der heutigen Physik ergeben sich drei Antworten.

(A) Nach der klassischen Physik ist die Katze entweder tot oder lebendig. Alles was wir tun müssen, ist die Kiste zu öffnen und nachzusehen, was passierte.

(B) Nach der Kopenhagener Erklärung der Quantenmechanik ist die Situation nicht so einfach. Nach dieser Erklärung kommt die Wirklichkeit nur ins Sein, wenn wir sie beobachten. Andererseits existiert sie, wie die moderne Physik sagt, in einem Superpositionszustand oder in einer Welt der Unbestimmtheit. Bis wir sie  beobachten erscheint die mikroskopische Welt nicht als eine objektive Wirklichkeit.

 Schrödingers Wellenfunktion enthält die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze tot ist, wie auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze lebt. Wenn wir in die Kiste schauen, und nicht davor, aktualisiert sich eine dieser Wahrscheinlichkeiten und die andere Wahrscheinlichkeit bricht zusammen. Das ist gewöhnlich bekannt als der „Kopenhagener Zusammenbruch“ der Wellen-Funktion. Dafür ist es absolut notwendig in die Kiste zu schauen, bevor wir wissen, dass eine der Wahrscheinlichkeiten verschwunden ist.  Bis die Beobachtung gemacht wird gibt es nur eine Wellen-Funktion und die Frage, ob die Katze tot oder lebendig ist, hat keine Bedeutung. In anderen Worten, bevor ein Mensch aus dem Tiefschlaf erwacht hat das, was um sein Bett geschieht, keine Bedeutung für ihn. Ramakrishnas Bauer war sich, während er tief schlief,  des Todes seines einzigen Sohnes des wirklichen Lebens völlig unbewusst.

 Einstein und De Broglie mochten diese Kopenhagener Erklärung nicht. Sie behaupteten, dass eine rigide, bestimmbare Welt viel annehmbarer sei, als eine Welt von Unbestimmtheit. Einstein glaubte fest daran, dass eine `versteckte Variable` für das unvorhersehbare und unsichere Verhalten der Quantenpartikel verantwortlich ist. Aber bis heute wurde eine solche `versteckte Variable` nicht gefunden. Der Nobelpreisphysiker Eugene Wigner legte 1961 eine zweite Lösung vor. In anderen Worten von Michael Talbot: `Wenn Schrödingers Gleichung eine Wirklichkeit präsentiert, ist vielleicht das Bewusstsein selbst die versteckte Variable, die entscheidet, welches Ergebnis ein Ereignis aktuell hat.` [xv] Wigner verdeutlicht, dass `das Paradoxe bei Schrödingers Katze nur auftaucht, nachdem das Mess-Signal in das menschliche Bewusstsein eingetreten ist.` Er fügt hinzu, dass `es unmöglich ist, eine Beschreibung des Prinzips der Quantenmechanik, ohne den ausdrücklichen Hinweis auf das Bewusstsein, zu geben.` [xvi]

(C) Dieser Denkrichtung folgend untersuchten 1957 Hugh Everette, John A. Wheeler und Niel Graham die Ergebnisse. Sie erschufen später die dritte Erklärung, bekannt als die Everette-Wheeler Erklärung der Quantenmechanik, die keine Veränderung der grundlegenden Mathematik in Schrödingers Gleichung verlangte. Diese Erklärung nimmt an, dass keiner der Verzweigungen in Schrödingers Gleichung verschwindet. Tatsächlich leugnet diese Erklärung, wie bei Talbot,  `die Existenz einer physikalischen Wirklichkeit`. [xvii]

 Diese von Hugh Everette und John Wheeler dargelegte Theorie löst dieses Problem philosophisch.  Sie legt fest, dass die Wellenfunktion wirkliches Tatsache  ist. All die Möglichkeiten, die sie präsentiert sind wirklich und passieren alle. Die orthodoxe Erklärung der Quantenmechanik ist die, das nur eine der in der Wellenfunktion eines Beobachtungssystems enthaltene Möglichkeit erscheint, und der Rest verschwindet. Die Everette-Wheeler Theorie besagt, dass sie alle erscheinen, aber in verschiedenen miteinander koexistierenden Welten.

 Nach der Everette-Wheeler-Theorie verschwindet in diesem Moment die Wellenfunktion und das Universum teilt sich in zwei Welten. Wenn der Traum endet teilt sich der Geist des Bauers bei Ramakrishna für eine geraume Zeit in zwei Welten auf, die Traumwelt und die normale Welt - beide voll schmerzlicher Erinnerung. Gary Zukav schreibt:

 Mit anderen Worten bildet die Entwicklung von Schrödingers Wellengleichung, gemäß der Kopenhagener Erklärung der Quantenmechanik, eine unendlich zunehmende Zahl von Möglichkeiten. Gemäß der Everette-Wheeler-Graham-Theorie bildet die Entwicklung von Schrödingers Wellengleichung eine unendlich zunehmende Zahl von verschiedenen Verzweigungen der Wirklichkeit! [xviii]

 Diese Theorie wird, offensichtlich, die Vielwelten Erklärung der Quantenmechanik genannt.

DIE VIELWELTEN-ERKLÄRUNG UND DIE VEDANTA

 Die Vielwelten-Erklärung der Quantenmechanik erinnert uns sofort an die berühmte Vorstellung der Schlange-Seil Illusion gemäß der Vedanta-Philosophie. Als ein Mann im düsteren Mondlicht einer Nacht ein Seil mit einer Schlange verwechselt, sieht er wirklich eine Schlange. Seine Nerven reagieren mit Angst. Er fühlt große Gefahr. Sofort geht sein Herzschlag schneller. Ein Gefühl  von Unsicherheit und Angst steigt ihm in den Kopf. Plötzlich eilt er zur Seite, um einen Stecken zu suchen. Aber als dann jemand eine Lampe anmacht sieht er nicht eine Schlange, sondern das Seil und ist gleich erleichtert. Er lacht über seine eigene Illusion und dankt Gott für seinen eigenen Fehler.

 So lange er nun die `Schlange` sah war er sich der Anwesenheit des Seiles nicht bewusst. Und als er sich des Seiles bewusst war, verschwand die Schlange. Zwei Personen, die auf die Schlange-Seil schauen, würden verschieden reagieren. Der eine, der bereits aus früheren Erfahrungen weiß, dass das ein Seil ist, bleibt unberührt. Der andere wird ängstlich. Ein noch besseres Beispiel finden wir in den Büchern der Heiligen. Die gleiche Person, die von der Gesellschaft als gefallen oder als Sünder betrachtet wird, liebt der Heilige als das Bildnis Gottes aus Fleisch und Blut. Auf der anderen Seite sind Heilige gemäß dem geistigen Level der Betrachter hochgeschätzt. Sri Ramakrishna war manchen Leuten als `verrückter Priester` bekannt, als `Epileptiker`anderen, als aufrichtiger Sucher einigen Wenigen und als letzte Wiedergeburt Gottes auf Erden den Wenigsten. Und doch ist es immer der gleiche Sri Ramakrishna. Gemäß der geistigen Höhe oder den verschiedenen Bewusstseinsstufen (wie es die moderne Psychologie sagt) des Betrachters erscheint Ramakrishna, das Betrachtete, während der gleichen Betrachtungszeit verschiedenen Betrachtern unterschiedlich. Und jeder Betrachter hält an seiner Betrachtungsweise von Ramakrishna fest. Jeder war entweder gleichgültig oder sich der anderen Betrachtungsweise nicht bewusst. Nach der Everette-Wheeler-Erklärung verzweigt sich Ramakrishnas Abbild vermehrt in viele Verzweigungen der Wirklichkeit. Jede dieser Erklärungen oder jeder Zweig der Wirklichkeit erscheint dem einzelnen Beobachter als wahr. Das ist es, warum Schrödingers Wellengleichung die eine Wirklichkeit in verschiedene Versionen der gleichen Wirklichkeit aufteilt.

 Vivekananda fasst diese vedantische Vorstellung hinter all unserer Wahrnehmung zusammen: „Diese äußere Welt ist nur die Welt der Vorstellung. Alles was wir sehen bilden wir aus unserem Geist ab. ... Ein niederträchtiger Mensch sieht die Welt als eine perfekte Hölle, der Gute als einen perfekten Himmel und der perfekte Mensch sieht weiter nichts als Gott.“ Vedantische Philosophie glaubt, dass es unser eigenes Bewusstsein ist, das die äußere Welt schafft. Drg Drsya Viveka schreibt: drsyah dhi brttayah saksi drg eva na tu drsyate. „Alle Szenen vor uns sind Abbildungen unseres Intellekts (aktiviert durch die Anwesenheit unseres Bewusstseins). Der einzige Seher ist das Selbst (das reine Bewusstsein) in uns. Dieses Selbst kann nicht gesehen werden, weil es selbst das Sehende ist.“ [xix]

 Moderne Physiker und besonders Schrödinger Wellengleichung ist nur eine Bestätigung dieser Jahrhunderte alten Wahrheit - das Eine Bewusstsein schafft viele Wirklichkeiten. `Bewusstsein ist numerisch eins`, sagt Schrödinger. `Bewusstsein`, sagt Max Plank, `halte ich für fundamental. Ich betrachte Materie als aus dem Bewusstsein hervorgehend. Hinter Bewusstsein können wir nicht gehen. Alles über das wir sprechen, alles, das wir für existierend halten, setzt Bewusstsein voraus.`[xx]  `Quantenphysik,` nach Ken Wilber, `hat einen anderen Dualismus, den zwischen geistig und materiell, in eine vernichtende Ecke getrieben und da ist er verschwunden.´[xxi]

 Die Moderne Physik, die mit der strengen Trennung von Geist und Materie anfing, steht heute ernsthaften Schwierigkeiten gegenüber, als die neuen Entdeckungen der Quantenphysik die Grenze zwischen den beiden zerstört hatte. Schrödinger schrieb sein berühmtes Buch Geist und Materie, um den neuen Ausblick, der ein nicht-dualer (Advaita) Ausblick ist, zu etablieren. „Das kann schwerlich verhindert werden, außer durch Vernichtung des Dualismus“ schreibt Schrödinger. Wolfgang Pauli, der für sein Ausschluss-Prinzip berühmte Nobelpreis Physiker, schreibt mit Worten, die wirklich mit denen von der gerade genannten Drg Drsya-Viveka austauschbar sind: `Von einem inneren Zentrum aus scheint die Psyche im Sinn einer Ausstülpung in die physikalische Welt nach Außen zu gehen.`[xxii]

 Swami Vivekananda, der größte Vertreter der Advaita Vedanta in der modernen Zeit, interpretierte diese Vorstellung in seiner eigenen Weise:

 „Das innere Universum, die Wirklichkeit, ist unendlich größer als das äußere, das lediglich eine Schattenprojektion der einen wahren ist. Diese Welt ist weder wahr noch unwahr, sie ist der Schatten der Wahrheit. `Die Imagination ist der geleitete Schatten der Wahrheit`, sagt der Dichter.“ [xxiii]

 „Materie ist nur ein geäußerter Gedanke.“[xxiv]

 „Im Subjekt ist das Objekt vorweggenommen; das Subjekt ist die einzige Wirklichkeit, das andere ist nur eine Erscheinung. Eine gegensätzliche Sichtweise ist unhaltbar. Materie und die äußere Welt sind zwar auf einer bestimmten Ebene beseelt, in Wirklichkeit sind sie eins.“[xxv]

Wir haben erkannt, dass die subjektive Welt die objektive bestimmt. Verändere das Subjekt und das Objekt ist gezwungen sich zu verändern; reinige dich selbst und die Welt ist gezwungen gereinigt zu werden.“[xxvi]

„Das, was wir in uns haben, sehen wir außen. Der Junge, der keinen Dieb in sich hat, sieht außen keinen Dieb. So ist es mit allem Wissen.“[xxvii] 

TRANSZENDENZ: DAS  EVOLUTIONÄRE WACHSTUM  DES GEISTES

 Warum wird von den meisten Wissenschaftlern der Ausblick auf die `durch Beobachtungs-Geschaffene Wirklichkeit` nicht akzeptiert? Die einfache Antwort lautet, dass den meisten von ihnen der neuen philosophischen Auswirkungen, die die  Quantenphysik bringt, nicht bewusst sind. C. J. Herrick schrieb 1949, fast acht Jahre bevor die Everette-Wheeler-Theorie begründet wurde: „Die allgemein angenommene Vorstellung, was und wofür Naturwissenschaft ist, ist völlig veraltet und muss grundlegend revidiert werden.“[xxviii]

 Es vergingen fast fünfzig Jahre seit Herrick von der Notwendigkeit einer grundlegenden Revision gesprochen hat. Heute wird die vedantischen Vorstellungen von Wissenschaftlern wie auch von Psychologen akzeptiert. In einer Reihe von veröffentlichten Artikeln im Journal of Philosophy gaben John Dewey und A. F. Bentley der modernen Wissenschaft eine neue Darstellung. Sie nannten sie `transsektionale Annäherung`, das heißt, dass die Beobachtung im Allgemeinen den Menschen-in-Aktion nicht als etwas grundsätzlich über der umgebende Welt sitzend betrachtet, auch nicht nur als Aktion `in` einer Welt, sondern als Aktion der und mit der Welt, der der Mensch als integrierter Bestandteil angehört.

Abraham Maslow, Stanislov Grof und andere sprechen von dieser neuen Psychologie der holistischen Vision als eine `transpersonelle Psychologie`. Die Einführung dieser neuen Psychologie wird der Anfang eines `höheren Verstehens` werden, wie es der Nobelpreisphysiker Eugene Wigner denkt. `Auf jeden Fall`, sagte er,  sollte es der nächste entscheidende Durchbruch `zum besseren Verstehen der Welt werden ...`[xxix]

 Die Vedanta weiß seit vielen Jahrhunderten von diesem `integrierten Verstehen des Lebens`. Gemäß der Vedanta schafft der Beobachter die Wirklichkeit in beiden Zuständen, im Traum- und im Wachzustand. Wie kann das Bewusstsein Dinge im Traum erschaffen? Die Brihadaranyaka Upanishaden (4.3.10) sagen: `In diesem (Traum) Zustand gibt es weder Kutschen, noch vorgespannte Tiere,  noch Straßen ..., dennoch werden die Kutschen, Tiere und Straßen von ihm (dem Selbst) erschaffen`. Wie kann das Individuum im Traum Dinge sehen, obwohl seine Augen in Mitten eines dunklen Raumes geschlossen sind? Die gleichen Upanishaden (4.3.11) sagen: `Die allein reisende innere Einheit (das Selbst) macht den Körper während des Traumes träge und erwacht von selbst und nimmt das leuchtende Gebot der Werkzeuge, die es im Traum als schlafende Dinge gewahrte.` Gemäß der Vedanta ist der Wachzustand nicht wirklicher als der Traumzustand. Wieder sagt die oben erwähnte Upanishad (4.3.14): `Andere sagen, dass das Wachsein selbst sein (des Selbst) Traumzustand ist, weil man im Traum nur die Objekte sieht, die man im Wachzustand sieht.` Es ist der Wissende, das Selbst, das Reine Bewusstsein, das der Zeuge all dieser fließenden Phänomene im Traum wie im Wachzustand ist.

 `Wie kann man um den Wissenden wissen?` fragen die Upanishaden. Wenn wir den Wissenden nicht wissen, können wir auch nicht wissen, dass das Wissen (Gewusste) nur der Entwurf des Wissenden ist. Dieser Wissende ist unser Reines Bewusstsein, der alleine Sehende, die alles durchdringende Existenz, das eine alles einschließende Wissen. Dieses Reine Bewusstsein entwirft das ganze Universum wie eine Spinne ihr Netz entwirft. Das äußere und gesonderte Universum ist, unseren Wünschen und unserem Wollen zuzuschreibend, nur eine Auferlegung auf dem Reinen Bewusstsein, das alles als das Eine erkennt. Warum können wir so nicht denken? Auf den unteren Ebenen unseres Bewusstseins bringt unser Geist die Vorstellung des Dualismus hervor - ich bin der Beobachter und das ist das beobachtete Ding. Die Brihadaranyaka Upanishaden sagen dazu (1.5.9): `Was immer erkannt wird ist eine Form des Geistes; weil es der Verstand ist, der erkannt ist. Sobald unser Geist von all den dualistischen Wünschen und Absichten befreit ist, hört der niedere Geist auf zu existieren. Er wurde langsam in den höheren Geist transformiert und fühlt die grundlegende Einheit aller Existenz. Sri Ramakrishna sagt, dass nach der Verwirklichung des Überbewusstseins das `Ich der Unwissenheit` sich in das `Ich des Wissens` verwandelt. Während westliche Psychologen nur von zwei Ebenen des Bewusstseins, dem bewussten und dem un-bewussten, sprechen, benennt die Vedanta noch eine höhere Ebene des Bewusstseins, bekannt als `überbewusst`. Diese überbewusste Ebene bewirkt, dass wir ein holistisches Universum sehen und das Selbst als ewigen Zeugen der zeitlichen und äußeren Welt erkennen.

Dr. E. C. G. Sudarshan, ein berühmter indischer Wissenschaftler, behandelte 1977 in einem Seminar über Der Verstand: Entwicklungen zu seinem Verständnis, die höheren Ebenen unseres Verstandes. Er sagt, `Der Verstand ist im Gegensatz zu einem normalen Computer, durch den Informationen passiv gehen, vergleichbar weit entfernt. Die neue Ordnung der Naturgesetze schlagen es dem Verstand selbst vor. Der Verstand sammelt Wissen und Einsichten. In der vedantischen Tradition spricht Dr. Sudarshan von mano-nasa (das Verschwinden des niederen Verstandes), von `Transzendenz oder dem stillen Zustand der Achtsamkeit`. Er zitiert die Gita, um diese holistische oder transzendente Achtsamkeit zu illustrieren: `O Arjuna, ich bin die Essenz von allen Einheiten und  ruhe in jeder Einheit, an ihrem Anfang, ihrer Mitte und am Ende. `Dr. Sudashans Kommentare sind es wert auch zitiert zu werden: `Die Vision des Kosmos als Gott und den individuellen Verstand als  ein Aspekt davon, ist die Güte-Garantie viswarupa für Arjuna und für Yasoda. In dieser kosmischen Wahrnehmung verschwinden alle Konflikte und tiefster Friede verbreitet sich.` Die Brihadaranyaka Upanishaden (4.3.30) sagen: `Da der Wissende diesen Zustand (offensichtlich) nicht kennt, weil er, obwohl er (wirklich) von diesem Zustand weiß, nichts weiß, kann es ein Fehlen von Wissen über den Teil des Wissenden nicht geben, solange der Letztere vergänglich ist, aber es gibt keine zweite getrennte Gesamtheit von ihm, die er wissen kann.“[xxx]

LETZTE BOTSCHAFT

 Was lehrt uns Schrödingers Wellengleichung? Es ist die gleiche Botschaft der Vedanta - die Botschaft der Selbst-Veränderung. Bereinigen und erhöhen wir uns selbst mit heilsamen (heiligen) Gedanken, heilsamen Partnern, allumfassenden Idealen, Gebeten, Meditation, Verehrung von Heiligen, Geduld mit anderen und Hilfe ohne Absicht. Dann erscheint die Welt voll von Göttlichkeit. Auf der veränderten Ebene höherer Bewusstheit sieht der zweifelnde Thomas nicht die Vision eines Geistes, sondern die eines auferstandenen Christus. Vivekananda erklärt: `Wenn wir die Wünsche aufgeben haben, dann erst werden wir das Universum Gottes lesen und uns daran erfreuen können. Dann wird alles göttlich werden. Winkel und Ecken, Nebenstraßen und zwielichtige Plätze, von denen wir denken, sie sind dunkel und unheilsam, werden alle göttlich ...` Drg Drsya Viveka schreibt: `Wenn ein Mensch vom Körperbewusstsein befreit wurde (m.E. wenn er sich nicht mehr mit dem winzigen Körper-Geist-Komplex identifiziert) und wenn er den Paramatman (das Selbst, den ewigen Zeugen darin) erkannt hat, sieht, wohin er schaut, nur immer die Gegenwart der Einen Wirklichkeit.` Vivekanada gibt uns auf der Suche nach der Wahrheit mit Schrödingers Wellengleichung diese letzte Botschaft:

„Das ist der Weg des Denkens. Alles wird sich in einer Metamorphose verändern, wenn du anfängst Dinge in diesem Licht zu betrachten. Wenn du Gott in jeden Augenblick, in deine Gespräche, in deine Gestalt, in jedes Ding hineingibst, verändert sich die ganze Szenerie und die Welt wird anstatt als eine Erscheinung aus Kummer und Leid zu einem Himmel werden.“[xxxi]


ANMERKUNGEN KAPITEL - 3

1.  The Encyclopedia of Philosophy (London: Macmillan, 1967), S.409

2. Eduard O. Wilson, On Human Nature (Harvard University Press, 1978) S.12

3. Ken Wilber, Spectrum of Consciousness (Wheaton, Illinois: Third Quest Book Printing,                                    Theosophical Publishing house, 1982) S.38

4. Ebd., S.38

5. Ebd., S.39

6. Ebd., S.39

7. Michael Talbot, Mystcism and New Physics (New York, Bantam Books, 1980) S.28

8. Ebd., S.31

9. Gary Zukav, The Dancing Wu Li Masters (An overview of the New Physics), Flamingo Edition,  London: Fontana Paperbacks, 1984, S.279-284

10. Ebd., S.99

11. Ebd., S.100

12. Ebd., S.284

13 Ebd., S.274

14. Mysic and New Physics, (s.o.),S.33

15. Ebd., S.34

16. Ebd., S.38

17. The Dancing Wu Li Masters, (s.o.), S.106

18. Drg Drsya Viveka, Vers 1

19. C. E. M. Joad, The Philosophical Aspects of Modern Science (London: George                                                Allen&Unwin, 1932), S.12

20. Spectrum of Conciousness, s.o., S.38

21. Erwähnt in The Dancing Wu Li Masters, s.o., S.56

22. The Complete Works of Sw. Vivekananda (Calcutta: Advaita Ashrama, 1979), Band 2, S.11 (später Complete Works genannt)

23. Complete Works, (1979), Band 7, S.17

24. Ebd., S.32

25.Complete Works, (1977), Band 1, S.426

26. Complete Works, (1976), Band 2, S.87

27.The Nature of Human Consiousness, Verlegt von Robert E. Ornstein, (San Francisco: W.H. Freeman an Co., 1973) S.13

28. Handbook of Parapsychology, Verlegt von Benjamin B. Wolman, (New York: Nostrand Reinolt Co. 1977), S.741

29. Mind: Approaches to ist Understanding, veröffentlicht vom Direktor des National Institute of Mental Health and Neuro Sciences, Bangalore (India). (1977) S.74,56,76,69

30. Complete Works (1976) Band 2, S.148-149